UNIVERSALSPRACHEN

07.01. – 01.02.2013

Eröffnung am 07. Januar 2013, 18.00 – 22.00 Uhr
mit einer Performance von Olof Olsson

Während der Ausstellungszeit wird jeden Freitag um 17.00 Uhr eine öffentliche Führung angeboten.

Lichthof Ost in der Humboldt-Universität zu Berlin

 

1972 startete die intersolare Raumsonde Pioneer 10 in den Weltraum und trug mit sich eine vergoldete Metallplatte – eine Botschaft an Außerirdische. Sie zeigte schematische Darstellungen einer Frau und eines Mannes in relativer Größe zur Sonde, einen interestellaren Lageplan und eine Darstellung des Hyperfeinstrukturübergangs eines Wasserstoffatoms. Diese Zeichen sollten les- und verstehbar sein, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes universell, bis hin zu jenen potenziellen Lebensformen im All.

Doch sind visuelle Zeichen universell lesbar? Setzen nicht schon im Bild Konventionen ein, die visuelle Darstellungen außerhalb eines gemeinsamen Codierungs- und Bezugssystems bedeutungslos werden lassen? Und birgt stattdessen nicht gerade ein hoher Grad an Abstraktion, wie in der Sprache, das Potenzial einen möglichst großen Sprecherkreis zusammenzubringen? Den Wunsch und die Entwicklung einer überzeitlichen Universalsprache verfolgt der Mensch nicht erst seit der Eroberung des Weltraums. Schon Leibniz träumte im 18. Jahrhundert, dass eine Universalsprache als Grundlage für eine Universalwissenschaft dienen könnte. Dieser Traum scheint heute mit der Wissenschaftssprache Englisch in Erfüllung gegangen zu sein. Doch zu welchem Preis?

Die Ausstellung UNIVERALSPRACHEN der Kleinen Humboldt Galerie versammelt verschiedene Kunstwerke und Positionen der visuellen Kultur, die jeweils unterschiedliche Wege gehen, um eine weltweite Verständigung in und durch ihre Sprache zu ermöglichen. Sie beschränkt sich dabei nicht auf Sprachen, die für Menschen ohne Weiteres verständlich sind, sondern berücksichtigt auch Sprachsysteme, die nur vermittelt Sinn erzeugen: Technische Sprachen schaffen Verbindungen zwischen Zahl, Schrift und Bild – und dienen somit als Mittler in der globalisierten Welt. Die Ausstellung UNIVERSALSPRACHEN zeigt in der Gegenüberstellung von künstlerischen und künstlich entwickelten Sprachsystemen die Vielseitigkeit von Kommunikationswegen und somit ihre Grenzen und Potentiale.

Pressemitteilung PDF

Künstler*innen

epidemiC/Franco Berardi
Vera Buhß
Yoonhee Kim
EunHee Lee
Magma
Milovan DeStil Markovic
Otto Neurath
Ben Patterson
Mike Ruiz
Daniel Salomon
Edward Tufte
Ivar Veermäe

Eröffnungsperformance: Olof Olsson

Die Ausstellung wird unterstützt von der Humboldt-Universitäts-Gesellschaft und dem Danish Council.

Kuratiert von Yasmin Meinicke