Philosophie

Die Kleine Humboldt Galerie (KHG) ist eine Initiative zur Konzeption und Realisierung von Ausstellungen an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie wurde ursprünglich 1978 von Mitarbeiter:innen des Rechenzentrums der Humboldt-Universität und Berliner Künstler:innen gegründet und ist mittlerweile nach einigen Veränderungen bei der 207. Ausstellung angelangt. Seitdem sich das studentische Kurator:innenkollektiv im Jahr 2009 neu aufgestellt hat, organisiert es jährlich bis zu zwei Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, die anschließend im historischen Lichthof im östlichen Seitenflügel des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität oder in der Nähe gelegenen Orten gezeigt werden. Ziel der Ausstellungen ist ein experimenteller Umgang mit dem Ausstellungsformat, abseits von Verkaufszahlen und Quotendruck.


In der Vergangenheit wurden dabei diverse Themen wie Bildungspolitik, der Traum von einer Universalsprache, Kulturen des politischen Protests und wissenschaftliche Visualisierungstechniken in der zeitgenössischen Kunst behandelt. Die KHG möchte eine Tradition des Ausstellens an der Humboldt-Universität wiederbeleben, die bereits in den Gründungsjahren mit der Präsentation der Lehrsammlungen auf den Fluren begann, als Objekte der königlichen Kunstkammer in die Universität kamen. Als mensch über Mammutzähne in die Hörsäle stolperte und dabei einem Antikenabguss in die Arme fiel, stand die Bedeutung visuellen Lernens Studierenden und Universitätsbesucher:innen noch tagtäglich lebendig vor Augen. Indem zeitgenössische Kunst als Forschungs- und Bildungsmedium ernst genommen und zusammen mit Objekten der visuellen Kultur – Massenmedien, wissenschaftlichen Präparaten und Alltagsgegenständen – präsentiert wird, soll dem Erkenntniswert des Bildes bzw. Objekts wieder ein eigenes Wirkungs- und Experimentierfeld eingeräumt werden.

Neben einem inhaltlichen Bezug zur Universität steht die Auseinandersetzung mit der Architektur und Geschichte des Ausstellungsraums im Vordergrund. Im Jahr 2009 als Veranstaltungsort der Humboldt-Universität eröffnet, stellt der östliche Lichthof mit seinen markanten architektonischen Merkmalen alles andere als einen White Cube dar. Doch gerade dies fordert zu einem kreativen Umgang mit den räumlichen Begebenheiten heraus. Auch das Gebäude selbst – im 18. Jahrhundert als Prinzenpalais erbaut – bietet reichlich historisches Material, das es künstlerisch ebenso wie kuratorisch zu behandeln gilt. 

 

Dies stellt den Rahmen dar, in dem experimentell über zeitgenössisches Ausstellen nachgedacht und nach neuen kuratorischen Ansätzen gesucht wird.

So soll die Installation der Werke das jeweilige Ausstellungsthema formal aufgreifen und zur inhaltlichen Vermittlung beitragen. Entsprechend der interdisziplinären Ausrichtung der Ausstellungsarbeit der Kleinen Humboldt Galerie ist auch das kuratorische Team aus Studierenden unterschiedlichster Studienrichtungen zusammengesetzt. Die Ausstellungen finden unter wechselnder Leitung statt, wobei jeweils das gesamte Team in die Erarbeitung und Durchführung eingebunden ist. Die Teilnahme ist offen für interessierte Studierende aller Disziplinen und Universitäten Berlins.

 

Unsere Arbeit findet dankenswerte Unterstützung vom Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik, den Mitarbeiter*innen der Öffentlichkeitsarbeit und der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, der Humboldt-Universitäts-Gesellschaft, dem Verein zur Förderung des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte der Universität und vielen weiteren Unterstützer*innen, ohne die die Ausstellungen der Kleinen Humboldt Galerie nicht realisiert werden könnten.

things we meet in the dark

things we meet in the dark Gruppenausstellung mit sieben künstlerischen Positionen:  Daniel Dobarco, Anny Listmeier, Marina Pohl, Theresa Rothe, Moran

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