Die Kleine Humboldt Galerie (KHG) ist eine studentische Initiative zur Konzeption und Durchführung von Ausstellungen an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit ihrer Neugründung im Jahr 2009 organisiert die KHG jährlich drei thematische Gruppenausstellungen. Der östliche Lichthof des Hauptgebäudes wird dabei jeweils für vier Wochen mit Positionen aus der zeitgenössischen Kunst bespielt. Vergangene Ausstellungen widmeten sich Themen aus dem Feld der Bildungspolitik, dem Traum von einer universellen Sprache, Kulturen des politischen Protests sowie wissenschaftlichen Visualisierungstechniken in der zeitgenössischen Kunst.

Die KHG möchte eine Tradition des Ausstellens an der Humboldt Universität wiederbeleben, die in den Gründungsjahren, als Objekte der königlichen Kunstkammer in die Universität hinüberwanderten, mit der Präsentation der Lehrsammlungen auf den Fluren begann. Als man über Mammutzähne in die Hörsäle stolperte und dabei einem Antikenabguss in die Arme fiel, stand die Bedeutung visuellen Lernens noch tagtäglich lebendig vor Augen. Indem zeitgenössische Kunst als Forschungs- und Bildungsmedium ernst genommen und zusammen mit Objekten der visuellen Kultur – Massenmedien, wissenschaftlichen Präparaten und Alltagsgegenständen – präsentiert wird, soll dem Erkenntniswert des Bildes bzw. Objekts wieder ein eigenes Wirkungs- und Experimentierfeld eingeräumt werden.

Neben einem inhaltlichen Bezug zur Universität steht die Auseinandersetzung mit der Architektur und Geschichte des Ausstellungsraums im Vordergrund. Im Jahr 2009 als Veranstaltungsort der Humboldt Universität eröffnet, stellt der östliche Lichthof mit seinen markanten architektonischen Merkmalen alles andere als einen White Cube dar. Doch gerade dies fordert zu einem kreativen Umgang mit den räumlichen Begebenheiten heraus. Auch das Gebäude selbst – 1749 als Prinzenpalais erbaut, ab 1810 zum Sitz der ersten Berliner Universität bestimmt, die wiederum verschiedenste politische Epochen durchlebte – bietet reichlich historisches Material, das es künstlerisch ebenso wie kuratorisch zu behandeln gilt. Dies stellt den Rahmen dar, in dem experimentell über zeitgenössisches Ausstellen nachgedacht und nach neuen Lösungsansätzen gesucht wird. So soll die Installation der Werke das jeweilige Ausstellungsthema formal aufgreifen und zur inhaltlichen Vermittlung beitragen.

Das Format „Ausstellung“ wird hierbei selbst als ein wissenschaftliches Instrument aufgefasst, mit Hilfe dessen Thesen aufgestellt, veröffentlicht und anhand der Gegenüberstellung von Objekten im öffentlichen Dialog erprobt, erhärtet oder wieder verworfen werden können. Zugleich kommen solche Ausstellungen dem öffentlichen Bildungsauftrag der Universität nach, indem über Kunst und Objekte Bildung auf spielerische und intuitive Weise eine breite Öffentlichkeit erreicht.

Entsprechend der interdisziplinären Ausrichtung der Ausstellungsarbeit der Kleinen Humboldt Galerie ist auch das Team aus Studenten unterschiedlichster Studienrichtungen zusammengesetzt. Die Ausstellungen finden unter wechselnder kuratorischer Leitung statt, wobei jeweils das gesamte Team in die Erarbeitung und Durchführung eingebunden ist. Die Teilnahme ist offen für interessierte Studierende aller Disziplinen und Universitäten Berlins. Die Trägerschaft der Kleinen Humboldt Galerie liegt beim gemeinnützigen Förderverein der Kleinen Humboldt Galerie e.V. Unsere Arbeit findet dankenswerte Unterstützung von der Kustodie sowie dem Referat für Öffentlichkeitsarbeit der Humboldt-Universität zu Berlin.

Zum Ausstellungsteam gehören aktuell Jasmeen Adeoshun, Merle Dammhayn, Viktor Hömpler, Rebecca John, Mette Kleinsteuber, Julia Modes, Luise Moerke, Monika Simm und Elisabeth Stumpf.

Ehemalige: Jakob Bauer, Conny Becker, Marina Beeck, Sophie Bunge, Lee Chichester, Marie Egger, Rieke Ernst, Hanna Fiegenbaum, Lisa Füssel, Clara Gehlen, Eva Graf, Marie Greggers, Jana Haeckel, Johanna Hutmacher, Elia Kragerud, Annette Kranen, Franziska Knoll, Elke Kühn, Judith Lau, Yasmin Meinicke, Milena Mercer, Sebastian Peter, Boris Pofalla, Stefanie Proksch, Gregor Quack, Nuno Rocha, Elena Sánchez, Rahel Schrohe, Max Seemann, Vanja Sisek, Johanna Swarzynska, Anna Wiese und Antonia Wolff.

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Kleine Humboldt Galerie (KHG) is a student-run initiative curating and presenting bi-annual art exhibitions at Humboldt University. The atrium in the university’s main building has served as an exhibition space since the re-foundation of KHG in 2009. Past exhibitions have dealt with diverse subjects such as educational politics, feminism, the dream of a universal language, cultures of political protest in contemporary art and scientific methods of visualization.

KHG aims to re-establish a tradition of exhibiting at Humboldt Universität, which can be traced back to the university’s founding years. Back then, objects from the royal art collection were transferred to the institution and scientific collections were presented in the hallways. Back then stumbling across a mammoth’s teeth or plaster casts of antique sculptures while walking from lecture to lecture wasn’t uncommon,. By recognizing the role of contemporary art in research and education and presenting it alongside objects from visual culture - mass media, scientific preparations, everyday objects - the epistemic value of images and objects is once again appreciated.

Apart from academic life, the architecture and history of the exhibition space provide additional points of reference for the curatorial work of KHG. Opened in 2009 as a venue for academic events, the Eastern atrium is far from sharing any resemblance with the proverbial White Cube and its prominent architectural features challenge the curators’ creativity. Even the building itself - built in 1749 as the prince’s palace and turned into Berlin’s first university in 1810 - consequently living through different political situations - offers a wide range of historical material for artistic and curatorial discourse while also serving as a backdrop for finding, experimenting with and reflecting new ways of exhibiting in the contemporary world. The installation of works aims to reference the current exhibition’s subject and contributes to conveying its contents. The concept of exhibiting is itself regarded as a scientific instrument: An effective way of establishing and publicising arguments by way of juxtapositioning objects, testing an opinion’s validity and consequently solidifying or discarding it.

In line with the interdisciplinary orientation of its curatorial work, the team of the Kleine Humboldt Galerie includes students from various academic backgrounds. Exhibitions are organised under alternating curatorial leadership, always involving the entire team in both development and execution of the concept. Students from all disciplines and Berlin universities are welcome to participate. Our work is supported by the Humboldt University’s custodian and public relations department. Currently the team includes Jasmeen Adeoshun, Merle Dammhayn, Viktor Hömpler, Rebecca John, Mette Kleinsteuber, Julia Modes, Luise Moerke, Monika Simm and Elisabeth Stumpf.

Former members: Jakob Bauer, Conny Becker, Marina Beeck, Sophie Bunge, Lee Chichester, Marie Egger, Rieke Ernst, Hanna Fiegenbaum, Lisa Füssel, Clara Gehlen, Eva Graf, Marie Greggers, Jana Haeckel, Johanna Hutmacher, Elia Kragerud, Annette Kranen, Franziska Knoll, Elke Kühn, Judith Lau, Yasmin Meinicke, Milena Mercer, Sebastian Peter, Boris Pofalla, Stefanie Proksch, Gregor Quack, Nuno Rocha, Elena Sánchez, Rahel Schrohe, Max Seemann, Vanja Sisek, Johanna Swarzynska, Anna Wiese and Antonia Wolff.