UNIVERSALSPRACHEN
Zeitgenössische Kunst im Lichthof
des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität zu Berlin

Eröffnung am 07. Januar 2013, 18-22 Uhr
mit einer Performance von Olof Olsson

Ausstellungsdauer bis zum 01. Februar 2013
Öffnungszeiten Mi-Fr, 12-18 Uhr


GRUPPENAUSSTELLUNG mit

epidemiC/Franco Berardi
Vera Buhß
Yoonhee Kim
EunHee Lee
Magma
Milovan DeStil Markovic
Otto Neurath
Ben Patterson
Mike Ruiz
Daniel Salomon
Edward Tufte
Ivar Veermäe

Eröffnungsperformance: Olof Olsson

Pressemitteilung
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1972 startete die intersolare Raumsonde Pioneer 10 in den Weltraum und trug mit sich eine vergoldete Metallplatte – eine Botschaft an Außerirdische. Sie zeigte schematische Darstellungen einer Frau und eines Mannes in relativer Größe zur Sonde, einen interestellaren Lageplan und eine Darstellung des Hyperfeinstrukturübergangs eines Wasserstoffatoms. Diese Zeichen sollten les- und verstehbar sein, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes universell, bis hin zu jenen potenziellen Lebensformen im All.

Doch sind visuelle Zeichen universell lesbar? Setzen nicht schon im Bild Konventionen ein, die visuelle Darstellungen außerhalb eines gemeinsamen Codierungs- und Bezugssystems bedeutungslos werden lassen? Und birgt stattdessen nicht gerade ein hoher Grad an Abstraktion, wie in der Sprache, das Potenzial einen möglichst großen Sprecherkreis zusammenzubringen? Den Wunsch und die Entwicklung einer überzeitlichen Universalsprache verfolgt der Mensch nicht erst seit der Eroberung des Weltraums. Schon Leibniz träumte im 18. Jahrhundert, dass eine Universalsprache als Grundlage für eine Universalwissenschaft dienen könnte. Dieser Traum scheint heute mit der Wissenschaftssprache Englisch in Erfüllung gegangen zu sein. Doch zu welchem Preis?

Die Ausstellung UNIVERALSPRACHEN der Kleinen Humboldt Galerie versammelt verschiedene Kunstwerke und Positionen der visuellen Kultur, die jeweils unterschiedliche Wege gehen, um eine weltweite Verständigung in und durch ihre Sprache zu ermöglichen. Sie beschränkt sich dabei nicht auf Sprachen, die für Menschen ohne Weiteres verständlich sind, sondern berücksichtigt auch Sprachsysteme, die nur vermittelt Sinn erzeugen: Technische Sprachen schaffen Verbindungen zwischen Zahl, Schrift und Bild – und dienen somit als Mittler in der globalisierten Welt. Die Ausstellung UNIVERSALSPRACHEN zeigt in der Gegenüberstellung von künstlerischen und künstlich entwickelten Sprachsystemen die Vielseitigkeit von Kommunikationswegen und somit ihre Grenzen und Potentiale.

Mit Arbeiten von: epidemiC/Franco Berardi, Vera Buhß, Yoonhee Kim, EunHee Lee, Magma, Milovan DeStil Markovic, Otto Neurath, Ben Patterson, Mike Ruiz, Daniel Salomon, Edward Tufte, Ivar Veermäe.

Kuratiert von Yasmin Meinicke

Während der Ausstellungszeit wird jeden Freitag um 17 Uhr eine öffentliche Führung angeboten.

Die Ausstellung wird unterstützt von der Humboldt-Universitäts-Gesellschaft und dem Danish Council.

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Press Release

When the intersolar spaceship Pioneer 10 was launched in 1972, it was equipped with a gilt metal plate – a message to potential extraterrestrial intelligence. The plate showed the schematic depiction of a man and a woman in relative proportions to the space shuttle, an interstellar map, and a model of the hyperfine transition of hydrogen. These signs were meant to be “universally” comprehendible, even for those potential life forms in outer space.
Yet, in how far are visual signs truly universal? Don’t they depend upon conventions that render images outside a common system of codification and reference meaningless? And doesn’t instead a higher degree of abstraction, as in language, promise to unite a larger community of speakers? The desire for and development of a universal language is much older than the conquest of space. In the 18th century Leibniz already dreamt of a universal language as the basis for a universal science. This dream appears to have come true in today’s use of English as a global scientific language. But at what loss?
The exhibition UNIVERSALSPRACHEN at the Kleine Humboldt Galerie unites art works and objects from popular visual culture that take different approaches to achieve global communication through language. The show is not limited to signs that are immediately comprehendible, but includes communication systems that require decryption: Technical languages create correspondences between numbers, words, and images – and hence function as mediators in a globalised world. By confronting artistic and artificial languages the exhibition UNIVERSALSPRACHEN reveals the versatility of communication pathways, their limits, and potentials.

With works by: epidemiC/Franco Berardi, Vera Buhß, Yoonhee Kim, EunHee Lee, Magma, Milovan DeStil Markovi?, Otto Neurath, Ben Patterson, Mike Ruiz, Daniel Salomon, Edward Tufte, Ivar Veermäe.

Curated by Yasmin Meinicke

Special thanks to: Dr. Angelika Keune, Dagmar Oehler, Dr. Steffen Hofmann.

The exhibition is sponsored by the Humboldt-Universitäts-Gesellschaft and the Danish Arts Council.

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