unnatural

graphic design © Charlotte Hansel

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(*for English version see below)

unnatural

12.07. – 09.08.2019
Lichthof Ost, Unter den Linden 6, 10117 Berlin

Kuratorin: Julia Modes
Kuratorische Assistenz: Lotte Willhelm

Programm:

Vortrag: Prof. Dr. Philipp Sarasin: Darwins ‚natural selection‘
Freitag, 12. Juli 2019, 17 Uhr
Unter den Linden 6, Hörsaal 3075

Filmscreening: Robert Smithson: Spiral Jetty, 1970, 35’, 16mm
25. Juli 2019, 18:30 Uhr
Lichthof Ost, Unter den Linden 6

Vortrag: Prof. Dr. Anke te Heesen: Kastenräume. Zur Geschichte eingefriedeter Pflanzen
Mittwoch, 7. August 2019, 18:15-20 Uhr
Unter den Linden 6, Hörsaal 3075

Der Naturforscher Charles Darwin definierte die natürliche Selektion als Prinzip der Erhaltung jeder kleinsten, sofern nützlichen Variation. Seine Evolutionstheorie erklärte auf einfache Weise den Mechanismus der Artenvariation im Pflanzen- und Tierreich. Der Mensch war nicht länger "Krone der Schöpfung" sondern Teil eines natürlichen Ausleseverfahrens, in welchem er sich durch nützliche Eigenschaften gegen andere Spezies durchgesetzt hatte.
Doch unterliegt der Mensch in dem von ihm eigens hervorgebrachten sozialen Gefüge heute ganz anderen, alltäglichen Selektionsmechanismen – und mehr noch: er selbst selektiert. Während der Mensch zwar die Gesetze der Natur seit jeher zu durchdringen versucht, sich ihrer aneignet und sie für seine eigenen Zwecke nutzbar macht, trifft er Entscheidungen auf Grund eines eigens erfundenen Wertesystems, denen sich seine Umwelt beugen muss. So wurde er zu einem entscheidenden Selektionsfaktor der natürlichen Auslese. Kann jedoch das bewusste Selektieren des Menschen noch als ein natürliches oder muss es als ein unnatürliches verstanden werden?

Die Ausstellung unnatural widmet sich der Dichotomie von Mensch und Natur. Sechs Künstler*innen thematisieren die menschliche Faszination für, wie auch seinen Einfluss auf natürliche Kreisläufe und deren Folgen im Zeitalter des Anthropozäns. Vom Menschen verursachte Naturkatastrophen, der Versuch, Prozesse der Natur nachzuahmen wie auch das Prinzip des Sammelns organischer Materialien werden in den Arbeiten aufgenommen, um einen Diskurs über natürliche wie unnatürliche Selektionsmechanismen anzuregen.

Arbeiten:

Saskia Krafft: Salton Sea, 2018

In ihrer Stahlskulptur thematisiert die New Yorker Künstlerin Saskia Krafft die menschlichen Einflüsse auf Kaliforniens Landschaftsgebiet Salton Sea. Der Binnensee entstand 1905-07 durch eine Überschwemmung des Colorado Rivers und wird durch die Abflüsse der landwirtschaftlichen Bewässerung gespeist. Dieses Abwasser der umliegenden Dattelpalmplantagen verschmutzt den See, steigert seinen Salzgehalt, beschleunigt die Verdunstung des Wassers und zerstört somit den Lebensraum zahlreicher Tiere. Für ihre Arbeit sammelte Krafft abgestorbene Seepocken des immer stärker ans Licht tretenden Flussbettes. Die mit Kupferdraht auf Stahlstreifen gebundenen tierischen Überreste erzeugen die Form einer Dattelpalmwedel. Durch diesen Kontrast, der Verwendung von abgestorbenen Naturmaterialien und der Nachbildung eines Pflanzenelements aus Stahl, sowie dem Kontext der Geschichte des Naturgebiets Salton Sea, stellt Krafft die massiven menschlichen Einwirkungen auf natürliche Kreisläufe zur Diskussion.

Silvia Noronha: Future Stones, 2017

Ausgehend von der Naturkatastrophe am 5. November 2015, bei welcher der Damm eines Rückhaltebeckens in Brasilien gebrochen war und Dörfer wie Bento Rodrigues mit Schlammwellen giftiger Minenabfälle überflutet wurden, fertigte die
brasilianische Künstlerin Silvia Noronha ihre Arbeit Future Stones. Sie sammelte kontaminierte Bodenproben vor Ort und stellte, in Kooperation mit dem Institut für Angewandte Geowissenshaften und dem Geochemischen Labor der TU Berlin, durch Anwendung von hohem Druck und Temperaturen Steine der Zukunft her. Steine, welche als Medium Informationen über ihre Zeit konservieren, werden in Noronhas experimenteller Arbeit zu einer pseudo-alchemistischen, spekulativen Prognose einer post-humanen Geologie. Damit thematisiert sie die zunehmend prekären Interferenzen zwischen einer natürlichen Ökologie und dem menschlichen Einfluss auf diese sowie der Entwicklung einer menschlich generierten „next nature“.

Markus Wirthmann: Fleur de Sel, 2011

In seinen Salzskulpturen Fleur de Sel lässt der Berliner Künstler Markus Wirthmann natürliche Prozesse für sich arbeiten. Filigrane Salzgebilde formen sich um die für mehrere Wochen und Monate in verschiedene Salzlösungen gestellten Holzstäbchen. Durch die Verdunstung des Wassers und die unterschiedlichen Salzmischungen entsteht ein Ensemble einzigartiger, verschiedenfarbiger, kristalliner Formen, welche sich zwischen Naturprozessen und Kunstproduktion, natürlicher Anmut und Abgabe der künstlerischen Gestaltungskontrolle bewegen.

Nina Schuiki: Everything Is Not Lost, 2016

Die Perlenkette der österreichischen Künstlerin Nina Schuiki ist ein Spiel mit Material, Inhalt und Kultur. 628 zunächst gleich aussehende Holzperlen wurden aus kulturellen Objekten wie Fensterrahmen, Möbelstücken oder Alltagsgegenständen aus Österreich, Deutschland und China in Handarbeit angefertigt und zu einer 12,88 Meter langen Kette zusammengefügt. In diesem Prozess wird das aus einem natürlichen Rohstoff hergestellte Zeugnis menschlicher Kultur wieder auf sein ursprüngliches Material zurückgeführt. Ein genaues Betrachten der Kette lässt kleine Unterschiede in der Maserung, Farbgebung und Form der einzelnen Perlen erkennen. Entfremdet von ihrer ursprünglichen Funktion und gleichförmig aneinandergereiht, lassen die einzelnen Perlen im Gesamtgefüge der Kette auf Grund dieser Differenzen noch immer unterschiedliche Geschichten erahnen. Gleichzeitig stellt die Perlenkette ein genuin kulturelles Objekt dar, wodurch in Everything Is Not Lost ein spielerischer Tanz zwischen natürlichem Rohstoff und kulturellem Inhalt eröffnet wird.

Nina Schuiki: I still see you in everything, 2018

In Nina Schuikis Werk I still see you in everything wird die Herausforderung einer Unterscheidung von natürlichen und unnatürlichen Prozessen und Elementen ins Licht gerückt. Eine menschliche Träne, luftdicht zwischen zwei Glasträgern verschlossen, befindet sich durch die Wärme des Diaprojektors in einem geschlossenen Kreislauf der Kondensation. Die runde Projektion an der Wand, anhand welcher sich die ständig verändernden Strukturen des Wassers mitverfolgen lassen, überwindet somit das Standbild und zugleich die natürliche Kristallisation der Träne.

Mark Dion:
When Dinosaurs Ruled the Earth, 2013
Invasive Plant Eradication Unit (field rover), 2008

In seinen Zeichnungen stellt der amerikanische Künstler Mark Dion den Menschen und seine Erzeugnisse der Natur gegenüber. Menschliche Werkzeuge werden als Gefahren für die Natur dargestellt oder Kunstrichtungen einzelnen Knochen eines Dinosaurierskeletts zugeordnet. Spielerisch, humorvoll und ohne Anklage verweist Dion mit seinen zweifarbigen Zeichnungen auf die Skurrilitäten des Zusammentreffens von Mensch und Natur. Im Zusammenspiel von Motiv und Titel ist der Betrachter eingeladen über die Schnittmengen von menschlicher Kultur und der ihm begegnenden Natur zu reflektieren.

Duy Hoàng: Instars, 2019

Die Arbeit des vietnamesischen Künstlers Duy Hoàng Instars wurde eigens für die Ausstellung unnatural gefertigt. Während der Vorbereitung und Dauer der Ausstellung schickt der Künstler Briefe an die Kleine Humboldt Galerie mit Alltagszeugnissen aus seiner jeweiligen Umgebung. Diese umfassen Zeichnungen, gepresste Pflanzenteile, Zeitungsausschnitte oder Stadtkarten. Auf diese Weise wirft Hoàng Licht auf die uns umgebenden Alltagsbanalitäten, wie Pflanzen am Straßenrand, Insekten, Kassenzettel und Zugtickets. Der nostalgischen Kommunikationsform des Briefes wird die globale Lebensweise des Künstlers entgegengesetzt, da er seine Nachrichten aus verschiedenen Orten der Welt verschickt. Somit eröffnet Instars einen Dialog zwischen Nostalgie und Gegenwart – Natur und Alltagskultur – Tradition und Fortschritt.

Jonathan Banz und Nicolò Krättli: Bruchstücke einer Aussicht, 2018

Ausgehend von einem Bewegtbild fertigten die Schweizer Künstler Nicolò Krättli und Jonathan Banz in Bruchstücke einer Aussicht artifiziell hergestellte Steine. Das diesen Steinen zu Grunde liegende Video dokumentiert in zwölf Stunden den Ausblick über der Stadt Cully in die französischen Berge von der Morgendämmerung bis zum Nachmittag. Im farbigen 3-D-Druckverfahren wurde das zweidimensionale Bild in die dreidimensionale Form von fünf Steinen übertragen, welche am Ort des Filmens vorgefunden wurden. Jede Druckschicht besteht aus einem einzelnen Frame (Standbild) des Videos. Da die Steinform lediglich Fragmente der einzelnen Bilder an den Kanten sichtbar macht, wird die Oberfläche zu einem Display unterschiedlicher Zeiten. In Bruchstücke einer Aussicht ist damit ein Zeitausschnitt materialisiert und archiviert, wobei Elemente der Natur, wie Himmel und Stein zum zeitgenössischen Kulturdokument transformiert werden. Für eine Betrachtung der einzelnen Bilder müssten die Steine aufgeschnitten und die Verwebung von physischem Speichermedium und Naturkopie zerstört werden. Auf diese Weise hinterfragt die Arbeit von Krättli und Banz sowohl die zeitgenössische und zukünftige Speicherung digitalen Materials, wie auch die Ansichten von Natur im Zeitalter des Anthropozäns.

Robert Smithson: Spiral Jetty, 1970

Robert Smithsons Spiral Jetty aus dem Jahr 1970 steht als Ikone für die Land Art. Das Werk setzt sich zusammen aus dem site vor Ort, einem 5 m breiten und 500 m langen, spiralförmigen Steg aus 7000 Tonnen Basaltsteinen am Salt Lake in Utah sowie mehreren non-sites, wie Zeichnungen, Fotografien und einem 35-minütigen 16 mm Farbfilm. Auf Grund des zwar physischen, jedoch nicht mobilen und nur schwer zugänglichen site, dem spiralförmigen Steg in Utah, sind die non-sites, die Zeugnisse der Arbeit im Galerieraum, wie auch der begleitende Essay, unabdingbar für die Rezeption des Werkes. Sie stehen heute nicht weniger ikonisch für das Werk. Aus den vor Ort gefundenen Steinen gebaut und heute ausschließlich vom Luftraum in der Natur sichtbar, markiert Spiral Jetty als Kunstwerk einen zentralen Ausgangspunkt der künstlerischen Praxis mit und in der Natur. Das ortsgebundene Werk wurde auf langsames Erodieren angelegt und befindet sich unfern einer Industrieruine früherer Ölförderung aus den 1920er Jahren. Dies verdeutlicht Smithsons kritische Betrachtung der Dichotomie von Mensch und Natur, welche in seinen Schriften und Werken immer wieder hervorkommt. Bereits 1973 jedoch verschwand der spiralförmige Steg unter der, durch das Schmelzwasser der umliegenden Berge steigenden Wasseroberfläche, bis es 2002 mit einer starken Salzverkrustung der Steine wieder auftauchte. Dieser Prozess zeigt heute, dass Smithsons künstlerische Spur in der Natur deutlich stärker den menschenbedingten klimatischen Veränderungen ausgesetzt ist, als es für den Künstler vorhersehbar war.

12.07. – 09.08.2019
Lichthof Ost, Unter den Linden 6, 10117 Berlin

curator: Julia Modes
curatorial assistant: Lotte Willhelm

programme:
Lecture: Prof. Dr. Philipp Sarasin: Darwin’s ’natural selection’
Friday, July, 12, 5:00 p.m.
Unter den Linden 6, Hörsaal 3075

filmscreening: Robert Smithson: Spiral Jetty, 1970, 35’, 16mm
Thursday, July, 25, 6:30 p.m.
Lichthof Ost, Unter den Linden 6

lecture: Prof. Dr. Anke te Heesen: Kastenräume. Zur Geschichte eingefriedeter Pflanzen
Wednesday, August, 7, 6:15 p.m.
Unter den Linden 6, Hörsaal 3075

The biologist Charles Darwin defined natural selection as the principle of survival and reproduction of any variation that provided advantageous, no matter how small. His evolutionary theory plainly explained the mechanisms of species’ variation in the plant and animal kingdoms. Humans were no longer the pride of creation but rather part of a protracted process in which they prevailed over other species.

However, within their culturally created social structures, humans are subjected to very different, everyday mechanisms of selection – and further, they themselves do the selecting. When humans attempt to comprehend the forces of nature, acquire them, and utilize them for their own needs, they make decisions based on their own value systems, which affect nature in turn. In this manner, human activity has become a crucial factor within the evolutionary process. Can the conscious selection by humans still be regarded as natural or does it have to be understood as unnatural?
The exhibition unnatural is dedicated to this dichotomy of humans and nature. Six contemporary artists will explore the human fascination with, as well as our influence on, natural cycles and the consequences of this activity in the age of the Anthropocene. Their works will discuss natural catastrophes caused by human action, attempts to imitate natural processes, and the practice of collecting organic materials in order to instigate a discourse on natural and unnatural selection mechanisms.

works:

Saskia Krafft: Salton Sea, 2018

In her steel sculpture, the New York artist Saskia Krafft addresses human influence on the California wildlife refuge of Salton Sea, which was formed due to flooding of the Colorado River in 1905-07. Today, the runoff from the surrounding farmland, predominantly used for the cultivation of date trees, causes pollution and increases the salinity of the water. The rapidly evaporating Salton Sea destroys the habitat of numerous animals. For her work, Krafft collected dead barnacles from the exposed lakebed. She attached these animal remains with copper wire and hardware onto steel strips which form the shape of a date palm frond. Through this contrast between the use of lifeless organic forms and industrial materials, as well as the context of Salton Sea's history, Krafft prompts discussion of the massive human impact on biological cycles.

Silvia Noronha: Future Stones, 2017

The Brazilian artist Silvia Noronha made Future Stones in response to Brazil’s natural catastrophe of November 5, 2015, in which the dam of a retaining basin collapsed, flooding villages including Bento Rodriguez with a cascade of mud containing toxic mining waste. Noronha collected contaminated soil on site and created Future Stones through the application of high pressure and temperature, in cooperation with the Institute of Applied Geoscience and the Geochemical Laboratory of the TU Berlin. Rocks, understood as a medium that preserve information about their moment of creation and subsequent existence, are transformed into a pseudo-alchemistic, speculative prediction of a post-human geology. Noronha therefore points towards the increasingly precarious interferences between natural ecology and human impact, as well as the development of a manmade next nature.

Markus Wirthmann: Fleur de Sel, 2011

In his salt sculptures Fleur de Sel, the Berlin artist Markus Wirthmann lets natural processes work for him. Delicate salt structures form around wooden sticks which are submerged in various salt solutions for several weeks or months. Through evaporation and the mixture of salts, an ensemble of unique, multicolored crystalline forms develop. Wirthmann’s work oscillates between elemental processes and art production, generating natural grace through the surrender of artistic control of form.

Nina Schuiki: Everything Is Not Lost, 2016

This pearl chain by Austrian artist Nina Schuiki poetically plays with material, content and culture. The 628 wooden beads, which at first sight appear identical, were fabricated from everyday objects including window frames, furniture and other manmade items from Austria, Germany and China and assembled into a 12,88 meter chain. Through this process, cultural products made of a natural resource are traced back to their original material. A close examination of the chain makes apparent small differences in texture, color and form among the beads. Estranged from their original function and aligned next to one another, the individual pearls bear witness to their respective histories. At the same time, the form of the pearl chain, associated with jewelry, is a cultural symbol in its own right. In Everything Is Not Lost, a playful dance between natural resource and cultural content is inaugurated.

Nina Schuiki: I still see you in everything, 2018

In Nina Schuiki's work I still see you in everything light is shown on the challenge to distinguish natural processes or elements from unnatural ones. A human tear, sealed air tight between two glass plates, enters a closed circuit of condensation, due to the projector's heat. Thus, the round projection on the wall, which enables the observation of the water's constantly changing structure, transcends the fixed-image as well as the crystallization of the tear.

Mark Dion: When Dinosaurs Ruled the Earth, 2013
Invasive Plant Eradication Unit (field rover), 2008

In his drawings, the American artist Mark Dion juxtaposes humankind and the natural world. Human tools are portrayed as a threat to the environment, and artistic movements are assigned to single bones of a dinosaur skeletal. With these two-colored drawings, Dion points towards the connection of humans to nature – playfully, humorous and without accusation. Through the interplay of title and motive, the beholder is invited to reflect upon the intersection of culture and nature.

Jonathan Banz und Nicolò Krättli: Fragments of a View, 2018.

In their work Fragments of a view, the artists Nicolò Krättli and Jonathan Banz created artificial stones based on a moving image. The video documents the view above the Swiss town Cully into the French mountains over the course of twelve hours. Using colored 3-D-printing, the two-dimensional plane of the film was transformed into the shape of five stones, which had been found at the spot from which the video was shot: each printed layer of the stones corresponds to a single frame of the source material. Since the shape of the stones solely allows fragments of the images to be seen at the edges, their surface becomes a display of different time lapses. In order to look at one of the frames, the stones would have to be cut open – destroying the interwoven structure of physical memory and the imitation of nature. Thus, while the work materializes and archives a period of time, the natural elements of the sky and the stones are transformed into a document of contemporary culture. These stones by Krättli and Banz therefore question contemporary and future digital data storage, as well as the meaning of nature in the era of the Anthropocene.
Technical development of the printing process with Jonathan Allemand

Duy Hoàng: Instars, 2019

The work Instars by the Vietnamese artist Duy Hoàng has been commissioned for the exhibition unnatural. During the preparation and duration of the exhibition, the artist is sending letters to Kleine Humboldt Galerie containing everyday materials which he encounters during his travels: drawings, pressed plants, newspaper articles or maps. In doing so, Hoàng draws attention to the seemingly banal objects which surround us, from plants on the sidewalk to insects, receipts and train tickets. The letter as a medium, recalling nostalgic methods of communication, contrasts with the global contemporary artist's way of life, which allows him to mail them from different places around the world. Thus Instars playfully negotiates the modern world through the juxtaposition of nostalgia and the present age, nature and everyday culture, tradition and progress.

Robert Smithson: Spiral Jetty, 1970 (film)

Robert Smithson's 1970 Spiral Jetty is an icon of the Land Art movement. The work consists of a site – the five-meter-wide and 500-meter-long jetty, made from 7000 tons of basalt rocks located in Utah’s Salt Lake – and several non-sites, such as drawings, photographs and a 35-minute 16mm film. Due to the work’s physicality but relative inaccessibility, the non-sites shown in the galleries are crucial for its reception. Today, they represent the work no less iconically than the pier itself. Built from the rocks found on site and solely visible from above, Spiral Jetty is a central starting point for the artistic practice in and with nature. The site-specific work located near an industrial ruin from former oil production during the 1920s was designed to slowly erode. This points towards Smithson’s critical contemplation on the dichotomy of humans and nature, continuously manifested in his own works and writings. However, already by 1973 the jetty had disappeared underneath the surrounding mountain’s thaw water. It reappeared in 2002 with the rocks covered in a thick salt crust. Today, this process shows that Smithson’s work is exposed to the climate change caused by humans far more than the artist himself was able to foresee at the time.

© Merlin Noack

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© Julia Modes

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graphic design © Charlotte Hansel & color design © Susi Hinz

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