unknown

(*for English version see below)

graphic design © Charlotte Hansel

Freitag, 12.07.2019 von 21:30 - 00:00 Uhr, Campus Nord, Zugang über die Philippstraße 12 (Haus 22/Wache), 10115 Berlin (Bitte der Beschilderung folgen) 

unknown ist ein Performanceabend, der dem Zufall überlassen ist: Die durch einen Zufallsgenerator ausgewählten Performances kreisen thematisch um die Abgabe der Entscheidungsmacht an übernatürliche Kräfte. 

Künstler*innen: Naz Balkaya, Beatrice Celli, Yan Gi Cheng & Rei Matsushima, Daniel Chluba, Charlene Galea, Stanislav Ginzburg, Constantin Hartenstein, Sophia Hörmann, Torben Jost, Tilman Kanitz, Agnieszka Karasch, Marja Marlene Lechner, Aron Lesnik, Dina Shneider, Lauryn Youden 

Kuratorinnen: Polina Kokotov und Liz Stumpf 

Naz Balkaya: Biometric Hermit, 30 min
Die Performance Biometric Hermit thematisiert die Herausforderungen, mit denen sich aufstrebende Künstler*innen in der westlichen Kunstwelt konfrontiert sehen. Sie spiegelt den unformatierten und unselektierten Zustand der Millennials mit Migrationshintergrund als Außenseiter*innen innerhalb der oft rassistischen und pseudo-ermächtigenden institutionellen Strukturen. Warum marginalisieren Institutionen weiterhin Positionen, die andere Erfahrungshintergründe haben und aufgrund dessen oft nicht als der*die „ideale Kandidat*in“ gelten? Wer sind wir, wenn wir Teil der Kunstszene werden und zu wem werden wir nach dem Verlassen dieses Systems?
 
Beatrice Celli: Collective Rosery, 30 min 
Die lange Kette aus Nüssen, Eicheln, Keramik, Mehl und Salz ist eigentlich ein riesiger Rosenkranz. Mit diesem Projekt lädt Celli die Zuschauer ein, an einem Moment des Teilens zu partizipieren. Der Rosenkranz ist Gegenstand eines intimen Rituals, dem ein fester Glauben zugrunde liegt. Auf dem Campus Nord wird es zu einem kollektiven Ritual ohne gemeinsamen Kult. Was bleibt von einem Ritual übrig, wenn es von seinem Glauben befreit ist? Neben dem Rosenkranz schuf Celli kleine Auflagen. Die Auflagen enthalten Geschichten, die sie in einer Sprache verfasst hat, die aus einer Mischung mehrerer Sprachen entstanden ist. Dadurch bilden sich absurde Texte mit evokativen und poetischen Worten, die aber keinen Sinn zu ergeben scheinen.

Yan Gi Cheng & Rei Matsushima: Do you have a question for the universe?, 30 min
Die metaphysische Teeritual-Performance versteht sich als Bedeutungsaustausch und weckt dekontextualisierte Assoziationen mit rituellen Objekten und Handlungen. Jede*r Zuschauer*in ist eingeladen das Universum zu befragen. Antworten versprechen die beiden parallel ablaufenden partizipativen Performances von Rei und Yan. Rei trinkt mit den Fragestellenden einen Tee aus in Berlin gesammelten Kräutern und Pflanzen. Die Muster in den Blattstrukturen verraten die Antworten auf die Fragen an das Universum. Jedes Mitglied der Zuschauergruppe wird ebenfalls eingeladen, an einer I Ching Lesung mit Yan teilzunehmen. Drei Münzen werden sechs Mal geworfen und die entstandenen mathematischen Hexagramme entschlüsseln die Antwort auf die Frage an das Universum. Diese beiden Rituale ermöglichen es der*m Einzelnen, Einsichten in Schicksale zu gewinnen und die Hoffnung zu stärken.

Daniel Chluba: Hasskäppchen, ongoing
Am 11. Oktober 2017 und am 06. November 2017 wurde die Hasskäppchen-Performance in Wien durch die Polizei wegen des behaupteten Verstoßes gegen § 2 Abs. 1 AgesVG, dem Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz, abgebrochen. Das Hasskäppchen wurde auf die Wache geführt. Die Personalien wurden aufgenommen, und es wurde ein Bußgeld verhängt. Gegen die Bußgelder hat der Künstler Widerspruch eingelegt. Das Verfahren ist noch nicht entschieden. Während der Performance schlüpft der Künstler weniger in die Rolle einer Frau, sondern setzt ein Zeichen gegen das Anti-Burka-Gestz mit einem zutiefst männlichen Kleidungsstück, der Pudelmütze. Das Hasskäppchen erinnert an eine Sturmmaske, Rotkäppchen, eine Burka, ein Ganz-Körper-Kondom (Die Nackte Kanone), an den Pussyhat, mit ein bisschen Pussy Riot. Das Hasskäppchen ist eine Materialisierung aus den digitalen hate posts im Internet, plus dem ganz persönlichen Hass des Künstlers.

Charlene Galea: brainwashed, 30 min
Die Aufführung inszeniert eine wahre Geschichte vom Frau-Sein und vom Einfluss der Medien darauf. Die Performance verhandelt den Blick auf andere Frauen und die Beziehung zum eigenen Körper, vor allem aber die Liebe für und den Hass auf die Werbe- und Modebranche. Kann man den Marketing-Strategien dennoch zum Opfer fallen, obwohl man bereits viel gelernt und andere versucht hat aufzuklären? Charlene Galea nutzt die sozialen Medien, ihren Körper, Sarkasmus und Humor, um Botschaften zu verbreiten und zu zeigen, was es in der heutigen Gesellschaft heißt, vor dem Spiegel und im Netz, man selbst zu sein.

Stas Ginzburg: The Annunciation, 22 min
The Annunciation, 2019 stellt eine Referenz auf die biblische Verkündigungsszene dar, die wir insbesondere aus Renaissancegemälden kennen. Erzengel Gabriel erscheint der seligen Jungfrau Maria, um ihr zu verkündigen, dass sie Jesus empfangen wird. Maria wird in der Regel mit einer über ihrem Kopf schwebenden weißen Taube dargestellt - dem Symbol des Heiligen Geistes. In der Performance The Annunciation wird die Taube durch eine Drohne ersetzt, die ununterbrochen über dem Kopf des Künstlers kreist, der in einer Pose verharrt, die an The Annunciation von Nicolas Poussin erinnert. Die übernatürliche Kraft des Heiligen Geistes verwandelt sich in eine Maschine, die in der heutigen Zeit zu einem Symbol der Unterdrückung und Überwachung geworden ist. Ihr wachsames Auge und ihre bedrohliche Präsenz kann als Mahnung an uns Beobachtete, die wir uns der Illusion der Kontrolle über unser eigenes Leben hingeben, verstanden werden.

Constantin Hartenstein: ADJUST
Ein Mann steht so lange er kann auf dem Gesicht eines anderen Mannes. Beide Männer halten sich an den Händen. Ein Musiker spielt dazu sein Instrument, solange sein Atem anhält. Die Performance führt alle Performer an die Grenzen der körperlichen Ausdauer.

Sophia Hörmann: GLOWING current moods, 30 min
Im Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Ekstase wird die Beziehung zwischen Sein und Imagination zum rutschigen Balanceakt. In ihrer vom Eiskunstlauf inspirierten Solotanzperformance zeigt Sophia Hörmann einen Körper, der sich der Illusion von Veränderung hingibt und sich das ultimative „Glow“-Erlebnis erhofft, nur um letzten Endes der eigenen Gewöhnlichkeit etwas Ungewöhnliches zu verschaffen.
 
Torben Jost: Exotic Exploration, 30 min
Pepino. Banane. Passionsfrucht. Ananas. Mango. Kaki. Kokosnuss. Das schmeckt nach gerade genug Aufregung und Unbekanntem, um sich wohl zu fühlen. Die globalisierte Welt strömt emotional und ganz konkret in die Obstschale. Eigentlich verbindet diese Früchte nur wenig. Sie stammen aus unterschiedlichen Teilen der Welt und haben unterschiedliche botanische Merkmale. Exotik basiert darauf, nicht so genau darüber nachzudenken, was das eigentlich bedeutet. Exotic Exploration zeigt den Gegenversuch. Der Performer scheitert permanent daran, den Inhalt einer Obstschale zu ordnen. Immer wieder nennt er die Früchte bei ihren Namen, wieder und wieder. Macht er einen Fehler, so ordnet er sie neu an und beginnt von vorne. Auf den ersten Blick scheint der Performer in seinem obsessiven Unterfangen geleitet von natürlichen Kategorien. Die stetige Wiederholung wirft allerdings Fragen auf über die Funktion von Sprache und Benennungen und über die Macht, die in dieser Deutungshoheit liegt. So stellt sich die Frage, inwiefern ökonomische Machtstrukturen und Diskurse heute überhaupt noch von Kategorien des „Natürlichen“ getrennt werden können.

Tilman Kanitz: un|selection, 30 min
In un|selection geht es um drei transitäre Identitätsmodelle:
Die Loslösung von der Entscheidungsmacht.
Die Auflösung der Ich-Kraft.
Die Klarsicht des Publikums.
Im Verlauf der Performance wird ein Zustand erreicht, in dem die Darstellenden Projektionsflächen der Zuschauenden werden. In un|selection übernehmen die Kräfte des Publikumskörpers im Ganzen und jede materiell oder immateriell anwesende Entität durch Zufallsoperationen, anhand des I GING - Buch der Wandlungen, die Kontrolle des Geschehens. Zwei antike Resonanzkörper reagieren auf das vom Publikumskörper gesendete hyperkomplexe Frequenzcluster. In Momenten bricht diese fragil gewebte Konstruktion und es ist die Klanglichkeit einer singulären Entität zu hören.
un|selection ist die Hingabe an eine Sichtbarmachung der Frequenzen, Vibrationen und Interferenzen von Einsamkeit in Gemeinschaft.

Agnieszka Karasch: DYSHOMEOSTASIS, 30 min
Die Dyshomöostase ist eine Störung jedes sich selbst regulierenden Prozesses in der Natur. Diese Abweichung von der Stabilität führt zu neuen, für das Überleben optimierten Bedingungen. Die Performance beschäftigt sich mit dem biologischen Aspekt der Selektion – mit instinktiven Reaktionen, Kontrolle und dem Überleben des Stärkeren. Die Künstlerin lädt eine weitere Performerin ein, mit ihr eine konfliktreiche, quasi-antagonistische Handlung auszuführen und mit Körperanstrengungen wie Geschwindigkeit, Gewicht oder Druck zu experimentieren. Dabei wird dem Gegenüber der Wille des anderen aufgezwungen, das Terrain markiert und versucht, die selbstgeschaffenen Bildgebietsgrenzen zu bewahren. Das endgültige Bild wird eine Aufzeichnung dieser dynamischen Kämpfe, gegenseitigen Einflüsse und Versuche sein. Eine unerwartete und verstörte Zeichnung – übersättigt von Markierungen und Spuren.

Marja Marlene Lechner: You get what you see II, 15 min
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Feuer und Licht, nimmt dir die Sicht
Spiegel dich oh du schöne Weide
mein Auge
dein Auge
Feuer und Licht heißt Nahrung und Paarung
der Wesen mit denen du dir diese Welt teilst.
Musik ist nicht das, was man spielt,
Musik ist die Summe aller Entscheidungen, die man trifft.
Und die trifft jeder anders.

In ihren Performances singt Marja Marlene Lechner ihre Lieder. Sie handeln vom menschlichen Scheitern, von Liebe und von Kommunikation. Lieder wie “miau”, “ich fiel die Treppe runter”, “1,2,3”, “god give us more money”, oder “Es tut mir nicht weh” verdinglichen oder versinnlichen eingeschriebene Handlungsweisen und Gefühlswelten.
Die Aufführung im Park wird eine Weiterführung ihrer Performance You get what you see (2018, STUDIOLO) sein. Durch Spiegel wird das jeweilige Gegenüber und/oder dessen Umgebung reflektiert und auf sich selbst zurückgeworfen.

Aron Lesnik: das Messer, 10 min
Ich möchte gebären aus einem Kraftakt heraus ein Messer mit kaltem Griff und Schneide. 
Es wird tanzen unter dem Druck meiner Wehen. 
Es wird glühen aus der Kraft meines Beckens. 
Es wird Klingen meine Gedanken das Messer

Dina Shneider: Techno Painting, 45 min
Techno Painting übersetzt den Klang Berlins in eine visuelle Sprache. Die Performerin tritt dabei in einen fließenden Zustand ein und nähert sich der Musik durch Schichten von Farbe. Die Farbe ist der intuitivste und doch bewussteste Filter der Klangschwingungen. Die Idee zur Technomalerei kam auf, als die Künstlerin im Berghain unter dem Einfluss von Substanzen stand: "Ich war frei wie nie zuvor. Ich habe mich selbst geliebt. Ich habe meine Umgebung geliebt. Und ich war mir dessen vollkommen bewusst. Die Musik war eine schamanische Trommel und ich war Teil der Zeremonie. Ich hatte das große Bedürfnis diese Erfahrung mit der ganzen Welt zu teilen. Die Lichter pulsierten über meinem Kopf. Ich konnte die kraftvollen Tanzbewegungen sehen. Ich fühlte die starke Vibration der Musik, umgeben von schönem Chaos. Ich schaute auf ein abstraktes Gemälde!”

Lauryn Youden: the more I listen to my body, the more I hear it screaming, 20 min
The more I listen to my body, the more I hear it screaming ist sowohl Krankheitsgeschichte als auch historischer Aufsatz. Der autobiografische und theoretische Text verhandelt Lauryn Youdens Erfahrung mit dem Verlauf ihrer Fibromyalgie-Diagnose und umfasst eine Auflistung eigener Sehnsüchte und Ängste sowie Einschreibungen von Ignoranz und Vorurteilen anderer, die den Zugang zu einem Raum für Unterstützung, Hilfe und Fürsorge versperren. In den Text eingeflochten ist eine historische Untersuchung des soziokulturellen Umfelds der Fibromyalgie und anderer „Frauen“-Krankheiten. Die Erforschung von Kindheitstraumata als eine der Ursachen des Krankheitsbildes fließt dabei ebenso in den Text ein wie Schlaflieder, die in den georgisch-heidnischen Traditionen als Medizin verwendet wurden.

EN

Friday, July 12 from 9:30pm – 12:00am: unknown, Campus Nord, enter through Philippstraße 12, 10115 Berlin (please follow the signs)
 
unknown is a performance evening that is left to chance. The performances selected by a sample generator revolve around leaving decision making to (super)natural forces.
 
Artists: Naz Balkaya, Beatrice Celli, Yan Gi Cheng & Rei Matsushima, Daniel Chluba, Charlene Galea, Stanislav Ginzburg, Constantin Hartenstein, Sophia Hörmann, Torben Jost, Tilman Kanitz, Agnieszka Karasch, Marja Marlene Lechner, Aron Lesnik, Dina Shneider, Lauryn Youden
 
Curators: Polina Kokotov and Liz Stumpf
 
Naz Balkaya: Biometric Hermit, 30 min
Biometric Hermit is a performance piece that represents the struggles of being an emerging artist in the capitalist art market and its institutions. It reflects the disordered and unselected condition of the millennial as an outsider within the racist and pseudo-empowered structures that represent the local art scene and highlights the immigrant identity and its correlation with feelings of displacement. Why do institutions still marginalize different backgrounds, and more so, other experiences that fall just short of being or looking like 'the ideal candidate'? Who are we when entering the art scene, and who do we become upon retreat?
 
Beatrice Celli: Collective Rosary, 30 min
The long necklace made of nuts, acorns, ceramics, flour and salt is actually a giant rosary.
With this project, Celli invites spectators to participate in a moment of collective sharing.
The rosary is the object of a solitary ritual that underlies a shared belief. Here at Campus Nord, it becomes a collective ritual without a common cult. What remains of a ritual when it’s emptied of his belief? In addition to the rosary Celli created small editions. The editions contain stories that she composed in a language invented from a mix of several languages. These are rather absurd texts, with evocative and poetics words, which have no true logical sense.

Yan Gi Cheng & Rei Matsushima: Do you have a question for the universe?, 30 min
The metaphysical tea ritual performance is reminiscent of an exchange of meaning and decontextualized associations with objects and actions. Each audience member will be invited to share a cup of tea with Rei, made from local herbs and plants found growing around Berlin. The symbolic patterns in the leaves will decipher the answer to the question to the universe. Each audience member will be invited to share an I Ching reading with Yan. Three coins will be tossed six times and the mathematical hexagrams that appear will decipher the answer to the question to the universe. These two rituals will enable individuals to discover insights into hopes, destiny, and love.

Daniel Chluba: Hasskäppchen, ongoing
On October 11, 2017 and on November 6, 2017, the Hasskäppchen performance in Vienna was aborted by the police because of the alleged violation of § 2 Abs. 1 AgesVG, the Anti-Face Disguise Act. The artist was led to the guard. The personal details were recorded and a fine was imposed. The artist submitted an objection to the fines. The procedure has not yet been decided. During the performance, the artist takes less of a role of woman but instead sets an example against the anti-Burkhabist with a man's clothing, the bobble hat, that is too deeply masculine. The Hasskäpchen is reminiscent of storm mask, Little Red Riding Hood, Burka, Whole Body Condom (The Naked Cannon), Pussyhat, with a bit of pussy riot. The Hasskäppchen is a materialization of the digital hate posts on the Internet plus the artist's very own personal hate.
 
Charlene Galea: brainwashed, 30 min
The performance tells a true story of being identified as a woman and of the influence of the media. The performance states love and hatred towards advertising, the fashion industry, looking at other women, celebrity culture and towards the relationship with the own body. Being a victim even though one has learned a lot and educated others. In the last months Galea passed on messages while showing her body on social media using sarcasm and humor. She talks about being a woman in her own skin and being honest about life in front of a mirror and in front of a screen.

Stas Ginzburg: The Annunciation, 22 min
My performance references The Annunciation, a 17th century painting by Nicolas Poussin. In the moment depicted the Blessed Virgin Mary is visited by the Archangel Gabriel who announces that she will conceive and become the mother of Jesus. A white dove soars above her head—a symbol of the Holy Spirit. In my performance a drone continuously hovers over me creating tension between organic and mechanical forms, the body and the machine. This opens up a dialogue about individual resistance in the age of mass surveillance, tracking, and data harvesting for corporate and political gains.    

Constantin Hartenstein: ADJUST.
A man stands as long as he can on the face of another man. Both men hold hands. A musician plays his instrument till his breath is gone. The performance pushes all performers to the limits of physical endurance.

Sophia Hörmann: GLOWING current moods, 30 min
Shifting between control and ecstasy, the relationship between being and imagination becomes a slippery balancing act. In her solo dance, which is inspired by figure skating, Sophia Hörmann shows a body striving for the ultimate Glow experience. Indulging in the illusion of change, the ordinary is transformed into something seemingly uncommon.

Torben Jost:Exotic Exploration, 30 min
Pepino. Banana. Passion fruit. Pineapple. Mango. Kaki. Coconut. It tastes just enough excitement and unknown to feel good. The globalized world flows emotionally and concretely into the fruit bowl. They come from different parts of the world and have different botanical characteristics. Exoticism is based on not thinking exactly what that means. Exotic Exploration shows the counter-experiment. The performer fails permanently to arrange the contents of a fruit bowl. Again and again he calls the fruits by their names, again and again. If he makes a mistake, he rearranges it and starts all over again. At first glance, the performer seems obsessive in his obsession with natural categories. The constant repetition, however, raises questions about the function of language and denominations and about the power that lies in this interpretation sovereignty. This raises the question as to how far economic power structures and discourses can ever be separated from categories of the "natural". 

Tilman Kanitz: un|selection, 30 min
un|selection is about three transitive identity models:
The detachment from the power of decision.
The dissolution of the ego.
The clarity of the audience.
In the course of the performance, a state is reached in which the audience becomes the performing projection surface. In un|selection the audience body takes control. Every materially or immaterially present entity makes decisions through random operations, on the basis of the I GING Book of Changes. Two antique resonant bodies react to the hypercomplex frequency cluster sent by the audience body. At moments, this fragile woven construction breaks and the sound of a singular entity can be heard. un|selection is the dedication to visualizing the frequencies, vibrations and interference of loneliness in communities.

Agnieszka Karasch: DYSHOMEOSTASIS, 30 min
Dyshomeostasis is a breakdown from any self-regulating process in nature. This deviation from stability ends up with new conditions optimal for survival. The performance deals with the biological aspect of selection by drawing attention to notions such as conflict, control, survival of the fittest and their instinctual and corporeal dimensions. Agnieszka and an invited artist will play out a conflictual, quasi-antagonistic action to experiment with instinctual body efforts such as speed, weight and pressure. While doing that they will impose their own will, mark their own terrain and/or try to maintain their respective territory-boundaries. The final image will be a record of these dynamic struggles, mutual influences and attempts: an unexpected and disturbed drawing - strongly saturated with marks and traces.
 
Marja Marlene Lechner: You get what you see II, 15 min
Singing her own songs is part of Marja Marlene Lechners performative practice. Dealing with human failure, love and communication, they objectify emotional worlds or sensibilize inscribed procedures. The performance in the park will be a continuation of her performance You get what you see (2018, STUDIOLO). Through the mirror, the opponent and his*her surrounding is reflected back on him*herself. Giving up decision power is thereby addressed in a more magical, playful way.

Aron Lesnik: das Messer, 10 min
I want to give birth to a knife with a cold handle and cutting edge out of a show of strength. 
It will dance under the pressure of my contractions.
It will glow from the power of my pelvis. 
It will blade my thoughts das Messer

Dina Shneider: Techno Painting, 45 min
Techno Painting is translating the sound of Berlin into visual means. The artist enters a flow state and approaches the music as layers of color. She is the filter for the sound and the sound vibration in both an intuitive and conscious way. The idea for Techno Painting came while the artist was under influence of substances in Berghain: "I was free like never before. I loved myself. I loved my surroundings. And I was aware that I’m feeling this love. This was a ceremony and the music was a sophisticated shamanic drum. I had an incredible urge to share that experience with the whole world. The lights were pulsating above my head. I could see the powerful dance movements. I felt the strong vibration of the music. I was surrounded by beautiful chaos. I was looking at an abstract painting!"

Lauryn Youden: , 20 min
Both illness narrative and historical essay the more I listen to my body, the more I hear it screaming is an autotheoretical text which depicts Youden’s experience while in the process of obtaining her diagnosis for Fibromyalgia. Taking inspiration from the Crip meme community the text includes a stream of consciousness listing of her desires, fears, and other’s ablest biases and ignorance - explaining how they make a space for support, help and care inaccessible. Interwoven throughout the text is an examination of the socio-cultural surroundings of Fibromyalgia, and other ‘female only’ diseases of the past. As well as the exploration of one of the causes: childhood trauma and the history of lullabies used as a form of medicine in Georgian pagan traditions. 

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© Daniel Chluba

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graphic design © Charlotte Hansel & color design © Susi Hinz

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